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Boden noch nicht gefunden
Öl-Analyse vom 09.05.2011
Der Ölpreis kam im Betrachtungszeitraum
so deutlich zurück, dass sich zuletzt sogar die Medien mit dem Thema
beschäftigten. Der Wochenvergleich (Montag bis Montag, Mittags-Fixingkurse)
zeigt ein Minus von 15,16 USD pro Barrel, das sind 12,1 Prozent. Unsere Put-Empfehlung
aus der Vorwoche hätte nicht besser abgepasst werden können.
Das Nordseeöl ist nun in seinem Aufwärtstrendkanal zurück.
Bis Montag jedoch nahm die Vehemenz des Abverkaufes noch zu, damit zeichnet
sich gegenwärtig auch noch kein Boden ab. Angesichts des heftigen Kursverfalles
erscheint es aktuell fraglich, ob die eingezeichnete Aufwärtstrendlinie
wirklich eine spürbare unterstützende Wirkung entfalten kann. Das
letzte Mal hatte die untere Begrenzung des Aufwärtstreds den Ölpreis
im November beeinflusst. Das ist also schon recht lange her. Dazwischen liegt
eine Phase, die von Gier und einer stark inflationären weltweiten Aufschwungphase
geprägt war.
Anleger, die unserer Empfehlung in der Vorwoche gefolgt waren, haben sich
zumindest nicht die Finger verbrannt. Die Glücklichen, die sich angesichts
des drohenden Doppel-Topps getraut haben, auch auf Puts zu setzen, wurden
reich belohnt. Nun jedoch sollten Anleger damit rechnen, dass es zu einer
Gegenbewegung kommt. Dafür würde sich aus technischer Sicht die
nahe Trendlinie bei knapp 107 Dollar pro Barrel anbieten. Doch angesichts
der heftigen Ausschläge wäre eine Punktlandung auf dieser Trendgeraden
selbst unter eingefleischten Chartisten etwas viel verlangt. Wir empfehlen
daher, bei den Puts jetzt Kasse zu machen. Eine Konsolidierungsphase liegt
in der Luft. Anschließend muss sich zeigen, wohin die Reise weiter geht.
Wir tippen darauf, dass den Spekulanten zunächst die Lust auf Ölwetten
vergangen sein dürfte. Das hätte dann für 1-2 Monate, vielleicht
sogar bis in den Herbst hinein, bröckelnde oder stagnierende Kurse zur
Folge. Bullish wäre es hingegen zu werten, wenn analog zur Branchenrotation
bei den Aktien nun statt Öl einfach nur andere Rohstoff-Assets gefragt
werden würden. Da es nicht so viele Rohstoffklassen gibt, könnte
in diesem Fall das Öl auch schneller wieder zurück in den Fokus
geraten.
Autor: Lutz Mathes