Der DOW kannte in der vergangenen Woche im Wesentlichen nur eine Richtung:
Konnte der Kurs sich am Montag noch knapp oberhalb der 10.400 halten,
so fiel der Index in den folgenden drei Tagen um gut 450 Punkte auf 9.875.
Bei der freitäglichen Gegenreaktion scheiterte der Dow beim ersten
Test der 10.000 und schloß schließlich bei 9.950 mit einer
negativen Wochenperformance von -4,5 Prozent oder - 473 Punkten.
Durch den Bruch der 10.400 hat sich die Markttechnik erheblich verschlechtert: Der Kurs fiel glatt durch die Mittellinie des Bollinger Bandes und hat sich nun zum Schluß der Woche knapp unterhalb der noch fallenden, unteren Begrenzung des sich nun stark aufweitenden Bollinger Bandes leicht stabilisiert.
Im positivsten Falle gelingt es dem Index, dieses Niveau am Dienstag zu halten und aufgrund der nun deutlich überverkauften Situation in einigen kurzlaufenden Oszillatoren, wie z.B. der hier dargestellten DSS, zumindest zu einer technischen Gegenreaktion anzusetzen.
Nach Überwindung der psychologisch bedeutenden 10.000 ergäbe
sich im Falle einer Gegenreaktion als erstes Kursziel 10.138. Hier verläuft
im Wochenchart die untere, horizontale Begrenzung des letzte Woche nach
unten verlassenen Dreiecks. Nur eine schnelle Rückgewinnung dieser
Marke ließe den Bruch dieser Formation noch als Fehlsignal erscheinen.
Der nächste Widerstand ist bei 10.255 an der Mittellinie des Bollinger
Bandes zu erwarten. Unmittelbar darüber folgt bei 10.412 der Aufwärtstrends
vom März 2000, bei 10.470 der mittelfristige gleitende Durchschnitt
eGD90 und schließlich bei 10.559 der Kreuzwiderstand aus dem langfristigen
gleitenden Durchschnitt eGD200 und dem oberen Bollinger Band.
Könnte dieses ganze Bündel an Widerständen durchbrochen
werden, wäre der Weg frei bis zum -Td01.00 bei 10.739; sollte auch
dieser überwunden werden, kämen wieder die bisherigen Verlaufshochs
bei 11.000, 11.360 und 11.733 (ATH) in Sicht. Dies aus dem aktuellen Kursgeschehen
abzuleiten, wäre allerdings zur Zeit sehr gewagt.
Im Negativ-Szenario fällt der Index weiter entlang seines unteren Bollinger Bandes nach unten. Nachdem auch das Verlaufstief vom Juli unterschritten wurde, eröffnet sich in diesem Falle rein charttechnisch erhebliches Abwärtspotenzial bis an die untere Begrenzung des mittelfristigen Abwärtstrendkanals bei ~9.000. Davor lassen sich allerdings als potenzielle Unterstützungszonen aus den Tages- und Wochenverläufen die Kursziele 9.716, 9.650 und 9.417 ableiten.
Große Vorsicht ist also auf jeden Fall angesagt. Nachdem in der vergangenen Woche sowohl auf Wochen- als auch Tagesbasis tendenziell eher bearishe Dreiecksformationen nach unten verlassen wurden, haben sich zuletzt auch im Stunden- und Viertelstunden-Zeitfenster (hier nicht dargestellt), im Anschluß an die vorhergehende Abwärtsbewegung, kleine Dreiecksformationen gebildet; sollten auch diese unten verlassen werden, wäre dies als recht bearish zu bewerten.
Für einen mittelfristigen Einstieg ist die Situation zur Zeit weiterhin
noch viel zu unsicher. Im kurzfristigen Bereich ergeben sich dagegen immer
wieder aussichtsreiche Engagements in beide Richtungen. Als wesentliche
Marken sollten nach oben 10.000/9.980, nach unten 9.950/9.900 beobachtet
werden.
Der Dow setzte bisher seine moderate Aufwärtsbewegung vom Donnerstagstief der letzten Woche fort und kehrte nun wieder in sein deutlich aufgeweitetes Bollinger Band zurück. Long-put-Positionen sollten inzwischen spätestens bei 10.000 mit Gewinn glattgestellt sein. Zum Montagabend hatte die DSS ein Kaufsignal geliefert, eventuell bei Überschreiten der 10.000 eingegangene neue long-call-Positionen müssen allerding sehr eng abgesichert werden, da die aktuelle Erholung auch nur eine kleine, gegen den Abwärtstrend gerichtete Fahne sein könnte. In der Mehrzahl der Fälle werden solche Konsolidierungsfahnen in Trendrichtung, in diesem Falle dann nach unten verlassen.