Nasdaq Composite-Analyse vom 04.01.2002
sowie Update vom 09.01.
Der Anstieg über die kurzfristige Abwärtstrendlinie erwies sich beim compx als Startschuß für einen Anstieg über die Marke von 2000 Punkten. Das Verkaufsignal beim Stochastik wurde schnell umgekehrt, die nachgebenden Kurse um den Jahreswechsel herum entpuppten sich als Rückprall auf die zuvor durchbrochene Trendlinie.
Damit sieht das charttechnische Bild nun besser aus, allerdings konnte das Hoch von Anfang Dezember bei 2066 Punkten noch nicht überwunden werden. Eine Topbildung ist daher noch immer möglich, für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sollte dieser Widerstand schon bald genommen werden.
Jedoch sind darüber gleich etliche weitere Widerstände
angesiedelt. Aus dem Kurzfristchart ersichtlich sind bei 2103 das Hoch
von Anfang August sowie bei 2181 das Julihoch. Der exponentiell geglättete
gleitende Durchschnitt der letzten 200 Börsentage bei aktuell 2051
Punkten, der im Dezember mehrfach einen Widerstand darstellte, wurde auch
noch nicht signifikant überwunden.
Im Falle eines Scheiterns könnte eine dann einsetzende Korrektur den compx wieder bis auf die Unterstützung bei 1930 Punkten führen, die dort zu Beginn der Woche mit der abwärtsgerichteten kurzfristigen Trendlinie eine Kreuzunterstützung bildet. Sollte auch dieser Bereich unterschritten werden, müsste die Kursentwicklung der letzten Wochen als Doppeltop interpretiert werden, wodurch die Aufwärtsbewegung seit September eindeutig beendet wäre.
Das noch sehr junge Kaufsignal beim MACD lässt vorerst jedoch keinen
deutlichen Kursrutsch befürchten, auch wenn sich der Stochastik dem
überkauften Bereich sehr angenähert hat. Ferner sind die Kurse
am Freitag über das obere Bollinger Band gesprungen, was zumindest
eine kurze Verschnaufpause erwarten lässt.
Insgesamt ist die Lage recht uneinheitlich, wodurch eine Fortsetzung der
Seitwärtsbewegung der letzten 5 Wochen durchaus vorstellbar ist.
Für einen neuerlichen Aufwärtsimpuls sollten sowohl das Hoch
von Anfang Dezember als auch der eGD200 signifikant geknackt werden, was
erst bei Kursen oberhalb von 2100 Punkten gegeben wäre. Ansonsten
sollte eine Korrektur bis auf 1930 Punkte nicht weiter überraschen.
Der compx bestätigte das uneinheitliche charttechnische Bild und bewegte sich im bisherigen Wochenverlauf nicht nennenswert. Am Widerstand bei 2100 Punkten prallte der Index ab, per Saldo kam es seit dem Vorwochenschluß zu einem Minus von 0,7 Prozent.
Das Kaufsignal des MACD droht sich schon wieder umzukehren, der Stochastik hat bereits ein Verkaufsignal generiert. In Verbindung mit der eher schwachen Entwicklung der letzten Tage deutet dies nun eher auf eine Korrektur hin, in deren Verlauf nochmals die Unterstützung bei 1930, zumindest aber die 2000er-Marke, getestet werden könnte. Ein Kaufsignal entsteht nach wie vor erst mit Überschreiten der 2100.
Strategie: Long-calls weiterhin erst oberhalb 2100. In Spekulation auf eine Korrektur kann nun auf long-puts gesetzt werden, Stopp bei 2100.
Autor: Oliver Schultze / Büro Dr. Schulz