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Sell
in May?
Dow Jones-Analyse vom 21.04.2013


Autor: Lutz Mathes
Der Dow Jones Average -bislang nicht nur charttechnisch ein Fels in der Brandung-
kam in der vergangenen Woche spürbar zurück. Der Vergleich der Freitagsschlusskuse
zeigt ein Minus von 317,6 Punkten (-2,1 Prozent).
Im mittleren Chart wurde dadurch die weiße Kerze der Vorwoche mit einer
fast ebenso langen schwarzen Kerze ausgeglichen. Immerhin ist hier der eingezeichnete
Aufwärtstrend bei rund 14.400 Punkten noch intakt. Auch der MACD auf
Wochenbasis deutet noch aufwärts, allerdings zeigt er durch die jüngste
Entwicklung eine klar abnehmende Dynamik.
Auf Basis des unteren Schaubildes präsentiert sich die Lage allerdings
trüber: Der Dow hat den jüngeren der dort eingezeichneten Aufwärtstrends
am Donnerstag mit Kursen unter 14.620 Punkten klar durchbrochen. Immerhin
hielt die (neu eingezeichnete) Unterstützungslinie um 14.500 Punkte,
dank eines Intra-Day-Reversals am Freitag. Waren wir vor einer Woche an dieser
Stelle also noch verhalten optimistisch, was die Fortsetzung der Kursgewinne
beim Dow Jones anging, so müssen wir jetzt bremsen.

Im unteren Chart ist die Mittellinie der Bollinger-Bänder nach unten
durchbrochen, der MACD auf Tagesbasis zeigt ein Verkaufsignal, der Stochastik
vermag auch noch keinen Trost zu spenden. Im bullishen Fall könnte sich
der Dow nun trotz der klar eingetrübten Indikatorenlage im Bereich über
14.500 Punkten halten und dort beispielsweise zunächst seitwärts
weiter laufen. Im bearishen Fall nehmen die Anleger gleich zu Wochenbeginn
weiter Gewinne mit, dann stünde als nächstes der Test der flacher
verlaufenden Trendlinie bei aktuell 14.200 Punkten auf dem Programm. Sollte
diese Gerade dann auch noch durchbrochen werden, wäre ein mittelfristiges
Verkaufsignal offensichtlich. Zusammen mit dem Beginn der für die Aktienmärkte
meist undankbaren Sommerzeit könnte die Stimmung an den Börsen kippen.
Es wäre nicht verwunderlich, wenn der altbekannte Börsenspruch "Sell
in May and go away (but remember to come back in september)" von so manchem
Börsenbrief aufgegriffen würde.
Für Anleger bedeutet das, sich möglichst schon vorher zu positionieren.
Das bedeutet: jetzt erhöhte Wachsamkeit walten zu lassen. Wer nicht schon
in der Vorwoche unserer Empfehlung folgte, und seine Positionen per Stopp-Loss
reduziert hat, sollte nun für Long-Positionen zwei Stopps einziehen:
Eine technisch schlüssige Strategie sähe nun vor, beispielsweise
die erste Hälfte bestehender Long-Positionen an der jetzt erreichten
Unterstützung bei knapp 14.500 Zählern abzusichern. Die zweite Hälfte
dann im Falle eines Falles unter 14.200 Punkte emotionslos abzugeben (und
gegebenenfalls in Puts zu drehen).
