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Chartbüro Dr. H.-D. Schulz Chartanalysen
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Die 100-Dollar-Marke wankt
Öl-Analyse vom 04.06.2012
Das Rohöl gemessen am Brent Index kam im Zuge der jüngsten Turbulenzen
an den Märkten kräftig unter Druck. Die Notierung fiel von Montag
vor einer Woche bis zum heutigen Mittagsfixing von 107,26 auf 99,43 Dollar
pro Barrel, das sind 7,83 Dollar oder 7,3 Prozent. Durch den parallel in Fahrt
kommenden Absturz des Euros ergab sich auf Eurobasis trotz der heftigen Verluste
des Rohstoffes ein Anstieg, weshalb sich für europäische Autofahrer
die Freude über die eigentlich sinkende Notierung in Grenzen hält.
Im unteren Chart setzte des Öl auf der unterhalb von 100 Dollar eingezeichneten
Unterstützung auf. Dazu ist anzumerken, dass diese Marke letzten Freitag
bereits leicht nach unten gerissen wurde, was wir als bearishes Zeichen werten.
Die in der letzten Woche aufgezeigte mögliche Trendwende beim MACD ist
durch die jüngste Entwicklung auch vom Tisch gefegt: Der Indikator deutet
nun wieder klar abwärts. Bestehende Short-Positionen bleiben damit spekulativ
haltenswert, obwohl nach über 7 Prozent Verlust in nur einer Woche eine
Gegenbewegung sehr wahrscheinlich ist. Wer sicher gehen möchte, kann
nun für die Hälfte der Position die Gewinne mitnehmen.
Sollte der Ölpreis dennoch weiter fallen und damit den zwischen 98,60
und 100,30 Dollar pro Barrel grau eingezeichneten Supportbereich brechen,
wäre das technisch als nächstes Verkaufsignal zu werten. Dann können
Mutige erneut auf Puts setzen, bzw. die Position wieder aufstocken. Der nächst
tiefere Support wartet dann erst im Bereich von 87 Dollar pro Barrel, wo die
Kurse zum Jahreswechsel 2007/2008 und im April 2010 markante Wendepunkte ausbildeten.
Autor: Lutz Mathes