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Zwischen
interessant und heikel
DAX-Analyse vom 22.05.2011

Der DAX verließ in der vergangenen Woche recht bald das Konsolidierungsdreieck
nach unten. Dies führte folgerichtig zu Kursverlusten, die sich im Wochenverlauf
auf 137 Punkte bzw. 1,9 Prozent summierten.
Im mittleren Chart auf Wochenbasis hat der Index damit den Support bei gut
7220 getestet, mit einem Tagestief bei 7228 am Freitag. Die spannende Frage
lautet jetzt, ob diese Unterstützung auch im weiteren Verlauf stand halten
kann. Bei einem Durchbruch der 7220 nach unten müssten Anleger, wie schon
im März, mit einer Abwärtsbewegung bis zur Unterstützungszone
6340/6480 rechnen. Dreht die Notierung hingegen jetzt wieder nach oben und
springt auch über das Jahreshoch bei 7600, ist der Weg zum Allzeithoch
frei.
Der untere Chart hingegen spricht jetzt durchaus noch für weiter sinkende
Notierungen bei den deutschen Blue Chips. Denn das rechnerische Kursziel,
das sich aus dem Dreieck ableiten lässt, liegt bei rund 7100 Zählern.
Weiteres Abwärtspotenzial deuten auch das schon wieder fallende untere
Bollinger Band und das bestehende Verkaufsignal des MACD an. Dem am Donnerstag
generierten Kaufsignal des Stochastik sollte angesichts der charttechnischen
Situation nicht allzu viel Bedeutung geschenkt werden, wie auch die fallenden
Kurse gleich am Folgetag zeigen.
Die aktuelle Lage schwankt gewissermaßen zwischen interessant und heikel.
Denn während mit Blick auf das kurzfristige Bild noch weitere Abgaben
zu erwarten sind, wäre dies auf mittelfristige Sicht rasch ein neues
Verkaufsignal. Daher raten wir Anlegern, sich derzeit nicht zu weit aus dem
Fenster zu lehnen und nur kleine Positionen einzugehen. Denn es ist alles
andere als ausgeschlossen, dass der DAX in den kommenden Wochen noch für
weitere Überraschungen gut ist.

Autor: Oliver Schultze